Die Blechwerkzeug-Konstruktion überführt die Geometrie des Fertigteils in eine stabile Folge von Fertigungsoperationen. Sie beginnt mit Werkstoffverhalten, Pressenbedingungen und Maßrisiken—nicht mit der direkten Bearbeitung von Stahl.
Die Fertigung verwandelt den freigegebenen Entwurf durch geeignete Stähle, Präzisionsbearbeitung, Montage und vermessene Pressenversuche in ein produktionsfähiges Werkzeug.
1. Technische Daten und Herstellbarkeit
3D-Modell und Zeichnung werden auf Werkstoff, Dicke, Toleranzen, Gratseite, Sichtflächen, Fügestellen, Menge und Zielpresse geprüft.
Scharfe Ecken, zu kleine Biegeradien, unerreichbare Schnitte und Rückfederungsrisiken werden vor Angebots- und Konstruktionsfreigabe geklärt.
2. Prozessplan und Streifenbild
Anzahl und Reihenfolge der Schneid- und Umformoperationen werden festgelegt. Im Folgeverbund werden Breite, Vorschub, Träger und Ausnutzung berechnet; beim Transfer Greifpunkte und Bewegungen.
Ziel ist ein stabiler, wartbarer Prozess bei Serientakt—nicht nur eine geometrisch mögliche Abfolge.
3. Detailkonstruktion
Werkzeugsatz, Platten, Stempel, Einsätze, Führungen, Abstreifer, Federn, Sensoren und Schrottkanäle werden modelliert. Schneidspalte folgen dem Werkstoff, Verschleißteile werden austauschbar ausgelegt.
Reviews prüfen Kollision, Hub, Einbauhöhe, Spannung, Transportsicherheit und Bedienzugang.
4. Bearbeitung, Wärmebehandlung und Montage
CNC-Fräsen, Draht- und Senkerodieren, Schleifen und Wärmebehandlung werden mit kontrollierten Bezugsflächen geplant. Nach Montage und Spalteinstellung erfolgen Trockenlauf und Sensorprüfung.
5. Pressenversuch, Messung und Anlauf
Erstmuster werden auf Grat, Abdrücke, Risse, Falten, Rückfederung und Geometrieabweichung geprüft. Datenbasierte Korrekturen werden bis zur Freigabe wiederholt.
Ein erfolgreicher Anlauf produziert das freigegebene Teil sicher, wiederholbar und im Zieltakt—mit dokumentierter Wartung und kritischen Ersatzteilen.
